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Im Geräteturnen in Grächen hat Sarina Fux (28) ihre sportliche Karriere begonnen – heute ist sie Kickbox-Weltmeisterin. Wie ihr Weg sie nach Abu Dhabi an die WM geführt hat, welchen Platz das Wallis in ihrem Herzen hat und mit welchen Zielen und Träumen sie ins 2026 startet, erzählt sie uns zum Jahresende.

 

 

Am Weihnachtsmorgen treffen wir Sarina online zum gemeinsamen Interview – sie ist für die Festtage gerade im Wallis bei ihrer Familie. Gemeinsam wird gefeiert, gut gegessen und natürlich die Pisten von Grächen unsicher gemacht.

Die 28-Järige schwebt immer noch auf Wolke 7, wie sie uns selbst erzählt. Und dies aus gutem Grund: Im November erkämpfte sie sich in Abu Dhabi den Weltmeister-Titel im Kickboxen. Der grösste Erfolg ihrer bisherigen Karriere.

Tanzen konnte ich nicht, also ist es schliesslich das Kickboxen geworden.

- Sarina Fux -

Extreme Disziplin und Durchhaltevermögen haben die Walliserin innerhalb von nur acht Jahren an die Spitze gebracht. Dabei war Kickboxen eher ein «Zufallsmatch», wie uns Sarina erklärt:
«Von St. Niklaus bin ich nach Sion gezogen. Nachdem ich im Geräteturnen in Grächen war, suchte ich ein neues Hobby. Zwischen dem Tanzen und Kickboxen, sei die Entscheidung schliesslich auf letzteres gefallen.»

Vor zehn Jahren zog Sarina nach Bern. Anfänglich trainierte sie noch im Wallis, vor sechs Jahren wechselte Sie auch den Club in ihre neue Heimat und schloss sich der ersten Wettkampfgruppe an. Die erste Chance liess nicht lange auf sich warten und schon bald stand die damals 22-Jährige auf dem Tatami.

«Meine Trainer und ich haben schnell gemerkt, dass mir der Sport gut liegt.», Dass sie so weit gekommen ist, verdankt sie jedoch viel mehr als nur ihrem Talent.

Fünfmal pro Woche trainiert Sarina im Club, hinzu kommt taffes Kraft- und Ausdauertraining sowie mentale Unterstützung. Der Sport beansprucht zwar viel Zeit, ist für sie jedoch elementar: «Ich kann mich nur schwer stillhalten, die Regeneration fällt mir jeweils am schwersten», gibt sie lächelnd zu.

Geduldsprobe nach Kreuzbandriss

Es sei vor allem Sarinas Kampfgeist und die Freude am Kickboxen, der ihr neben dem Weltmeister-Titel auch fünf Weltcup-Siege einbrachten. Zweifel bezüglich ihres Weges habe sie nie gehabt – auch nicht im letzten Jahr, als sie aufgrund ihrer Verletzung auf eine Geduldprobe gestellt wurde:

«Im Training zog ich mir einen Kreuzbandriss zu. Ich musste operieren und fiel aus. Nachdem die Verletzung geheilt war, stand ziemlich schnell der erste Wettkampf an – der Weltcup in Budapest. Es hat zwar nicht für Gold gereicht, aber ich konnte mir beweisen, dass ich körperlich wieder auf dem genau gleichen Stand war. Das war eine grosse Erleichterung und Motivation für mich.»

Der Randsport Kickboxen ist Sarinas Leidenschaft. Geld verdient sie damit allerdings keines. Er ist zu wenig populär, sodass die Weltmeisterin auch nur annährend von ihrer Leidenschaft leben könnte. Sie arbeitet 80 Prozent als Grafikerin, hat erst im Sommer ihr Studium abgeschlossen. Der Job mache ihr Spass, dennoch bedaure sie die fehlende Anerkennung, welche hinter dem enormen Effort und Schweiss stecken:

«Ich kickboxe nicht wegen des Geldes, sondern weil es mir unheimlich Spass macht. Trotzdem wäre es schön, wenn ich mich mehr darauf konzentrieren könnte und die finanzielle Frage nicht immer im Raum stehen würde. Das zieht auch die ständige Sponsorensuche mit sich.»

Wer ans Kickboxen denkt, hat schnell Bilder von brutalen Kämpfen, Schlägen und Verletzungen im Kopf. Sarina widerspricht dem und stellt das Image des Sportes bewusst infrage: «Der Sport selbst ist enorm technisch und taktisch – es geht nicht darum, einfach Schläge zu verteilen.» Untereinander sei der Umgang respektvoll, die Szene sei cool. Auch sei sie am Sport gewachsen und habe Disziplin für alle Bereiche im Leben gelernt.

Kategorie-Wechsel & EM im Jahr 2026

Trotz WM-Titel im Sack bleibt Sarina im Ball – oder besser gesagt im Ring. Nach den erholsamen Tagen im Wallis geht es mit dem Training direkt weiter und die Kickboxerin wechselt in der Kategorie von Leicht- auf Vollkontakt. Ihr grosses Saisonziel: der EM-Gold in Skopje. Für die Zukunft wünscht sie sich vor allem mehr Sichtbarkeit und Unterstützung für den Sport – sodass sich auch junge Leute dafür begeistern lassen.

Grächen drückt Sarina die Daumen und wünscht ihr für die Zukunft im und neben dem Kickboxen alles Gute!

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